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Mi. 5. September 201819:30

Konstellationen: Grenzüberschreitungen
Alban Nikolai Herbst: „Meere“

Alban Nicolai HerbstAlban Nikolai Herbst erzählt die Liebesgeschichte zwischen dem Objektkünstler Fichte und der Deutschinderin Irene. Und er erzählt einen Künstlerroman, in dem der Protagonist Fichte letztlich erkennt, dass sein Versuch, sich unter neuem Namen neu zu erfinden, gescheitert ist. Eigentlich heißt er Julian von Kalkreuth und ist der Enkel des Nazi-Verbrechers Wernher von Kalkreuth. Als Fichte gelang ihm in der Kunstszene scheinbar alles, was ihm als Kalkreuth verwehrt blieb. Ohne Rücksichten erkundet Herbst in dieser Figur die eigene Lebensgeschichte, denn er selbst wurde als Alexander von Ribbentrop und Großneffe des Nazi-Außenministers Joachim von Ribbentrop geboren. Herbst erzählt Fichtes Geschichte als provozierende Grenzüberschreitung zwischen Körpern, Kunst und Leben, Land und Meer; als amour fou zwischen Berlin, Sizilien und Polen.

Der Roman wurde im Veröffentlichungsjahr 2003 verboten, weil eine ehemalige Lebensgefährtin des Schriftstellers durch ihn ihre Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Nach 14 Jahren erschien im September 2017 endlich die wieder freigegebene Originalausgabe. Mit Andreas Steffens, Autor zahlreicher wissenschaftlicher, kunstkritischer und literarischer Veröffentlichungen, der sich als Philosoph auch mit der Bildenden Kunst beschäftigt, spricht Alban Nikolai Herbst über das Meer und die Lust.

Die Veranstaltungsreihe wird als Bestandteil der Aktivitäten zum 25jährigen Jubiläum des Literaturbüros von der Stiftung Niedersachsen gefördert.

Eintritt: 9.00/erm. 7.00 – Bitte reservieren Sie Ihre Karten per E-Mail unter literaturbuero@stadt-oldenburg.de oder telefonisch: 0441-235 3014.

Veranstalter: Literaturbüro Oldenburg

Photo: Mathias Bothor